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GSV Aktuell:

29.01.2018 RP, Jasmin Ohneszeit, Björn Belloff und Michael Bluhm

Sport-Gala 2018: 400 Besucher im Enni-Sportpark erleben einige Überraschungen vermissen aber eine echte Neuheit

Da hatte die Sport-Gala 2018 des Moerser Stadtsportverbandes (SSV) doch einige Überraschungen parat. Nicht nur bei den Gewinnern der Wahl zur Sportlerin, zum Sportler und zur Mannschaft des Jahres 2017, sondern auch im Programm. Tauchten dort im Vorfeld mit den Linden-Girls und natürlich mit dem Deutschen- und Europameister Magic Unity zwar zwei "alt bekannte", aber auch zwei tolle Showtanzformationen auf, suchten die 400 Besucher vergeblich nach einer echten Neuheit. Immerhin mussten sie für den Eintritt mit 17 Euro gleich zwei Euro mehr berappen als noch in den Vorjahren. Und mit Ausnahme vom etwa 30-minütigen "Showact Ju-Jutsu" gab es neben den Ehrungen und den Tanzeinlagen keinen weiteren Programmpunkt. Doch Papier ist bekanntlich geduldig. Auch bei einem Sportgala-Programmheft.

So sorgte die Trampolin-Gruppe vom Moerser Fitness Place gleich zu Beginn für das erste und einzige unangekündigte Sportgeschehen. Mit der temporeichen Einlage eröffnete das Team die Sportgala standesgemäß.

"Jetzt kommt ein richtiger Höhepunkt: 17 Mädels, die bei Wettkämpfen sehr erfolgreich sind, in Zukunft aber nicht mehr in dieser Formation auftreten werden", kündigte Moderator Manfred Breuckmann danach die Linden-Girls an. Dabei hatte er im Kopf, dass einige Mitglieder der Formation wegen des anstehenden Abiturs nun kürzer treten werden. Gestern Abend sorgte das Team in seinen roten Kleidern aber noch einmal für Begeisterung im Publikum.

Kurz darauf wussten die Zweitliga-Volleyballer vom Moerser SC, dass ihr Aufstieg im vergangenen Jahr nun auch noch mit dem Titel "Mannschaft des Jahres" gekrönt wurde. Dass die Vorgänger der "Adler" zu Beginn der 90er Jahre Riesenerfolge wie die Deutsche Meisterschaft, den Pokalsieg und auch einen Europapokalsieg gefeiert hatten, war selbstverständlich auch noch dem ehemaligen WDR-Sportreporter bekannt: "Der Moerser SC hatte früher sehr gute Zeiten, dann war er beinahe klinisch tot", erinnerte er an den zwischenzeitlichen Absturz bis in die dritte Liga. "Aber nun ist das Team wieder auf einem guten Weg", schloss Breuckmann seine Einschätzung.

Die Gäste wussten schnell, wie gut es sich auf die Musik der 60er-Jahre tanzen lässt. Denn die "Livin' Sixties" lockten wieder auf die Tanzfläche und ließen dabei durchhören, dass sie durchaus auch die heutige Musik kennen. Als "Magic Unity" auftrat, durften sich die Gäste dann wieder auf ihren Stühlen ausruhen und sich ansehen, was der amtierende Europameister im Showtanz auf den Hallenboden zauberte. "Ein dreifaches Helau" forderte Moderator Breuckmann anschließend vom Publikum als Belohnung ein - und bekam dieses auch als Antwort.

Nikola Stefaniak, Top-Leichtathletin vom VfL Repelen in der Frauenklasse, musste schließlich etwas länger warten, bis sie erfahren hatte, dass sie ihren Erfolg als Sportlerin des Jahres aus dem Vorjahr sensationell verteidigt hatte. Somit konnte sie schon zum zweiten Mal in Folge ein launiges Interview mit "Manni" Breuckmann führen, der großen Wert auf die korrekte Aussprache des Vereinsnamen "Repelen" legte. Und bei Paul Tenbergen kannte die Freude über den Titel keine Grenzen. Vor zwei Jahren, als es um den Titel für 2015 ging, musste sich der Florettfechter noch dem Hockey-Nationalspieler Max Werner geschlagen geben. Doch im vergangenen Jahr wurde Paul Tenbergen in Moers Deutscher Meister - und wurde dafür auch Sportler des Jahres 2017. Auf der Moerser Sport-Gala 2016 wurde Nikola Stefaniak übrigens ebenfalls Zweite.

Damals war Moderator Manfred "Manni" Breuckmann allerdings noch nicht mit an Bord bei der Veranstaltung. Der ehemalige WDR-Sportreporter, der ziemlich genau vor zehn Jahren per Altersteilzeit seinen Ruhestand ansteuerte und seit dem auch für keine Reportagen mehr zur Verfügung gestanden hatte, feierte erst im vergangenen Jahr seine Premiere im Enni-Sportpark-Rheinkamp. Und dort zeigte er auch Dr. Claus Hagemann, dem Vorsitzenden des Stadtsportverbandes, dass er sich durchaus auch mit dem jüngeren Publikum versteht, auch wenn es ihn kaum aus dem Radio kennen kann.

Schön auch wieder, dass der Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer erneut bestens gelaunt seine kurze Begrüßungsrede hielt - und wieder einige Ehrungen vornahm. Diesmal sogar auch im Auftrag des Kreissportbundes Wesel. Und das tat er gerne. Immerhin zeichnete Fleischhauer sowohl den Moerser TV als auch den VfL Repelen für deren besonderes Engagement im Jugendschutz aus. Gemeinsam mit Heinrich Gundlach, dem Vorsitzenden des Kreissportbundes.

Doch das war nur ein kleiner Teil des Ehrungs-Marathons gestern Abend. Fleischhauer bedankte sich im Namen des SSV bei den vier Damen, die für ihre Verdienste in der Sportführung belobigt wurden. "Hier ist der Gender-Gedanke einmal in eine ganz besondere Richtung gegangen. Denn in den Vereinen ist es ja oftmals so, dass die Vorsitzenden männlich sind", führte der Bürgermeister aus. "Die Vereinsarbeit wird aber auch sehr von weiblichen Mitgliedern geprägt. Und das ist auch gut so", lobte er das Engagement des zu ehrenden Quartetts.

Bei den Sonderpreisen ging die Auszeichnung für die Junioren an die B-Jugend-Fußball-Mädels vom GSV Moers, der Seniorenpreis an den Triathlet Uwe Röpstorf und der neue "Familienpreis" an die Kampfsportfamilie Schnell.

 

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