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GSV Aktuell:

16.11.2018 RP, Björn Belloff

Lokalderby, Aufsteigerduell, Treffen der Tabellennachbarn: Alle diese Überschriften passen zum Heimspiel des GSV Moers (10. Platz, 26:29 Tore, 18 Punkte) gegen den TuS Fichte Lintfort (13., 17:19, 27) am Sonntag um 15.30 Uhr.

Während die Bundesliga Pause macht, geht es am Solimare für beide Kontrahenten um wichtige Punkte im Abstiegskampf der Fußball-Landesliga und jede Menge Prestige. In der abgelaufenen Bezirksliga-Saison spielte der spätere Meister Fichte zu Hause 3:3 gegen den GSV, der am Ende Zweiter wurde. Das Rückspiel in Moers endete 1:1. In der zweiten Kreispokal-Runde jubelte Moers über einen 3:2-Heimsieg.

Wie sich ein „Dreier“ auf eigenem Platz anfühlt, könnten einige im GSV-Kader schon fast vergessen haben. In sieben Versuchen schafften die Moerser seit dem Aufstieg nur einen Erfolg auf eigenem Platz, und der liegt drei Monate zurück: Am 3. Spieltag gab es ein 3:2 gegen die Sportfreunde aus Niederwenigern.

Um diese Bilanz aufzupolieren, müssen die Grafschafter über die vollen 90 Minuten eine konstant gute Leistung bringen. „Wir haben oft den Faden verloren, sind nervös geworden und mussten uns dann wieder aus misslichen Situationen herausziehen“, ärgert sich Schikofsky über so manche „verschlafene“ Halbzeit. Dabei haben die Moerser aber eine besondere Qualität nachgewiesen: „Uns darf man niemals abschreiben“, denkt er an manche gedrehte Partie. Zuletzt gelang das vor einer Woche beim 4:2 in Rhede.

Im Derby fehlen einige Moerser: Marcel Haeger und Marc-André Debernitz sind im Urlaub. Christian Zeiler, Fabian Hastedt und Kevin Reiser sind verletzt. Zudem ist der Einsatz von Samet Altun (Oberschenkelprobleme) fraglich. „Alle anderen sind heiß, und wir werden eine gute Mannschaft auf dem Platz haben“, lässt der Trainer keine Ausreden gelten. Mit einem Punkt im Derby könnte Thorsten Schikofsky nach eigener Aussage leben: „Das würde unsere Heimbilanz schon verbessern. Beide Teams werden das Spiel mit Respekt angehen. Fichte hat eine gute, junge Truppe mit viel Power. Aber auch wir können mit unserer Offensive jeden Gegner ärgern.“ Und nebenbei würden die Moerser mit einem Remis in der Tabelle auch vor ihren Gästen bleiben.

„Es ist egal, wer aktuell mehr Punkte hat. In so einem Derby entscheiden der größere Wille und die größeren Emotionen“, sagt Fichte-Trainer Sven Schützek, der früher selbst als Torwart und Co-Trainer bei den Gelb-Schwarzen aktiv war. Die Gäste reisen nach zwei Siegen in Folge mit Rückenwind an, deshalb hebt in Lintfort laut Schützek aber niemand ab: „Wenn man auf die Tabelle schaut, dann sieht man, dass diese Erfolge bitter nötig waren. Bei uns ist nach sechs sieglosen Spielen niemand in Panik geraten, und genauso verfällt jetzt auch keiner in Euphorie.“

Einige Ergebnisse der Grafschafter nötigen dem Gäste-Trainer Respekt ab: „Sie haben gegen Hö-Nie ein 0:2 aufgeholt, dazu in Sonsbeck, in Frohnhausen und gegen Niederwenigern gewonnen. Das ist eine gute Truppe, die bereits sportliche Ausrufezeichen gesetzt hat.“ Trotz dieser Erkenntnisse will sich Schützek aber nicht zu sehr mit dem Gegner befassen: „Es kommt mir darauf, dass wir unsere Stärken einbringen. Wenn uns das so gut gelingt wie zuletzt beim 2:0 gegen Sterkrade, dann bin ich für den Sonntag zuversichtlich.“

Für Schützek, der keine Ausfälle beklagt, ist ein Derby-Erfolg vor allem Kopfsache: „Die Moerser bringen gerne Hektik rein, diskutieren und provozieren auch mal. Da dürfen wir uns auf gar nichts einlassen und müssen die Ruhe bewahren.“