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GSV Aktuell:

18.03.2019 RP, Uwe Zak

Lokalderbys sind das Salz in jeder Suppe, sorgen für die Würze im Wettbewerb, für Emotionen auf dem Platz und im Publikum. Das ist natürlich auch der Fall, wenn der SV Scherpenberg in der Fußball-Landesliga beim GSV Moers antritt. Die Teams kennen sich, etliche Spieler haben bereits in einer Mannschaft zusammengespielt und standen sich gestern nun im Abstiegskampf gegenüber. Der Sieger konnte sich jedenfalls ein dünnes Polster auf die Abstiegsränge verschaffen. Das gelang am Ende aber niemandem beim 2:2 (1:1).

„Der GSV hat sich den Punkt sogar mehr verdient als wir“, ordnete SVS-Trainer Timo Barbeln als fairer Sportsmann das Ergebnis für sich ein. Von Beginn an machte Luis Ramon Gizinski von sich Reden. Der 18-jährige Neuzugang aus der U19-Bundesliga-Mannschaft vom MSV Duisburg brachte den GSV Moers früh in Führung. Er funkte erfolgreich bei den Pässen dazwischen, schnappte sich die Kugel und traf abgeklärt (10.). Für den Ausgleich vor dem Halbzeitpfiff sorgte der fast doppelt so alte Routinier Almir Sogolj. Dabei hatte sich die GSV-Defensive auf rechts außen vom SVS überrumpeln lassen, Sogolj stand in der Mitte und sorgte für den 1:1-Pausenstand (37.).

Doch Luis Ramon Gizinski brachte den GSV mit seinem zweiten Treffer wieder in Front (49.). Moers tat in dieser Phase einfach mehr für die Partie, auch wenn Scherpenberg den Gastgebern spielerisch überlegen war. „Wir hatten zwar mehr Spielanteile, auch drei, vier gute Möglichkeiten, doch wir haben zu viel mit langen Bällen gespielt“, analysierte Timo Barbeln anschließend. GSV-Trainer Thorsten Schikofsky haderte hingegen damit, dass seine Mannschaft für zu wenig Entlastung sorgte und mit der personellen Situation. „Wenn wir immer mit einer veränderten Aufstellung spielen müssen, ist es für jeden schwierig, mit Ruhe und Übersicht zu agieren.“ So musste Kevin Sonneveld angeschlagen ins Spiel. Schikofsky hätte schlichtweg mehr Spielpraxis in seinem Team. Doch die hätte ihn vor dem Ausgleich durch El Houcine Bougjdi (79.) auch nicht bewahren können.

„So was habe ich noch nie gesehen“, sagte Schikofsky. „Ich wäre genauso auf die Palme gegangen“, pflichtet ihm Barbeln bei. Der Grund war eine mehr als strittige Schiedsrichterentscheidung, die dem Treffer zum 2:2 vorausgegangen war. Während der Assistent an der Seitenlinie die Fahne hob, um eine Abseitsstellung von Bougjdi anzuzeigen, ordnete Schiri Nico Neuhaus die Situation als passives Abseits ein und gab den Ausgleichstreffer. „Natürlich darf niemand zu spielen aufhören, wenn der Schiedsrichter noch nicht gepfiffen hat, aber ‘Bougi’ stand vier Meter im Abseits“, so Schikofsky. Dass das 2:2 leistungsgerecht war, sagen beide Trainer. „Mit Selbstvertrauen kannst du gegen diese gute Scherpenberger Mannschaft aber was holen. Etwas mehr Power, und wir hätten noch ein Ding gesetzt.“ So wurde es eben nur ein Punkt. Bei Scherpenberg sah Nico Frömmgen noch Gelb-Rot.

GSV Moers: Di Giovanni, Schuster, Erol, Gizinski (70. Zeiler), Aksu, Sonneveld (83. Gehle), Hecker, Kästner (51. Saljiji), Fröhlich, Altun, Üzüm.

SV Scherpenberg: Coskun, Sengül (85. Zülsdorf), Duman, Franke, Stellmach, Balci (61. Undi), Terwiel, Sogolj (85. Uzun), E. Bougjdi, Frömmgen, Schmidt.