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15.11.2019 RP, Detlef Kanthak

Wenn der Nachbar zu Besuch kommt, dann werden nicht immer Geschenke verteilt. Am Sonntag stehen sich ab 15 Uhr die Fußballerinnen des GSV Moers und SV Budberg am letzten Hinrunden-Spieltag der Regionalliga West gegenüber. Um Präsente wird es da nicht gehen – schließlich ist im Duell des Drittletzten gegen den Viertletzten kaum an freundliche Mitbringsel zu denken.

Beide Mannschaften haben die Punkte bitter nötig – der GSV sogar noch dringender. Sieben Punkte stehen auf dem Konto der Moerserinnen, die es zuletzt mit Remis-Spielen gegen die Mitkonkurrenten aus Bökendorf und Herford verpassten, Boden im Abstiegskampf gutzumachen. Von einem Endspiel im Duell gegen die drei Zähler besser dastehenden Budbergerinnen möchte GSV-Trainer Hasan Gören aber nichts wissen. „Wir haben ja nur wichtige Spiele“, schränkt der Coach, der das Moerser Team im Sommer aus der Niederrhein- in die Regionalliga zurückgeführt hat, ein.

Eine Ankündigung für den Nachbarn hält er aber parat. „Wir werden vielleicht nicht unbedingt so spielen, wie es Budberg und sein Trainer erwarten“, verspricht Gören. Dass SVB-Coach Jürgen Raab im Verlauf der bisherigen Saison mehrfach auf der Tribüne an der Filder Straße stand und sich Notizen über den GSV gemacht hat, ist in Moers natürlich nicht verborgen geblieben. „Auch darauf werden wir uns einstellen“, lässt Gören wissen und spricht von möglichen taktischen und personellen Veränderungen. Selbst die pünktliche Rückkehr von Steffi Frings schließt der Moerser Trainer nicht aus. Die 38-jährige Seele des GSV-Spiels musste in den vergangenen Wochen wegen eines Kahnbeinbruchs verletzt zuschauen, könnte aber am Sonntag wieder Kader auftauchen.

Auch Jürgen Raab übt sich in Diplomatie. „Viel wird von der Taktik abhängen“, sagt der Coach des SVB. Wohlgemerkt, von der eigenen. „Wir haben zuletzt mit zwei Spitzen gespielt“, sagt er. „Das war zweimal gut, beim 1:5 gegen Bochum am letzten Sonntag hat es nicht funktioniert.“ Bedeutet das schon das Ende der Budberger Doppelspitze? Raab lässt es offen. „In einem Derby mit zwei Mannschaften auf Augenhöhe spielt das Glück eine Rolle“, sagt er. „Da ist es schon besser, wenn man selber das Heft in die Hand nimmt. Wenn wir in Rückstand geraten, wird es jedenfalls sehr schwer, das Spiel gegen einen kompakten GSV noch zu drehen. Wichtig wird also sein, dass wir das Moerser Aufbauspiel frühzeitig stören.“

Dass der Gäste-Trainer seine Aufstellung schon auf den Tisch legt, wird in Moers niemand erwarten. Immerhin, Alice Hellfeiers Rückkehr in die Defensivabteilung darf vermutet werden. „Sie ist seit Dienstag wieder im Training“, berichtet Raab, der dafür die Einsätze von Scarlett Hellfeier und Katharina Presch, beide durch eine Grippe gehandicapt, in Frage stellt. Optionen für die Startelf könnten Jülide Mirvan und Elona Sadiku sein.