wrapper

GSV Aktuell:

Aus dem Zusammenschluss des Homberger Spielvereins mit dem Moerser Spielverein 1909 wird am 03. Februar 1910 der Grafschafter Spielverein 1910 geboren.

Im Gründungsjahr erbaut sich der Verein hinter dem Stadtpark durch viel Fleiß und emsige Arbeit der Mitglieder eine Sportplatzanlage, die jedoch der Stadt Moers gehört. Hier entwickelt sich reger Spielverkehr. Aber schon bald ist die Durchführung eines geregelten Spielbetriebes nicht mehr möglich, weil man sich den Platz mit drei anderen Vereinen teilen muss. Die Bemühungen um Abhilfe sind im Jahre 1911 von Erfolg. Die Verhandlungen kommen zum Abschluss. Der GSV bezieht die sogenannte "Schwansche Wiese" an der Homberger Straße. Die Herrichtung des Platzes erfordert nicht allzuviel Arbeit. Die Gebefreudigkeit eines Mitgliedes ermöglicht es sogar, den Platz mit einem Bretterzaun einzufrieden, was sich auf die späteren Finanzen des Vereins positiv auswirkt.

Mit beginn des 1. Weltkrieges brechen schwere Zeiten an. Die Miete für den Sportplatz kann nicht mehr aufgebracht werden. Mit leeren Händen, doch ungebeugtem Sportgeist, bezieht der Verein Mitte 1915 notgedrungen wieder die städtische Wiese hinter dem Stadtpark. Fußballtore sind hier nicht vorhanden, so dass erst eine Sammlung die Anschaffung der Tore ermöglicht. Im August 1916 kommt wegen der Kriegswirren der Spielbetrieb ganz zum erliegen und er erwacht erst gegen Ende 1918 wieder zu neuem Leben.

Schmerzenskind des Vereins ist auch jetzt wieder der Sportplatz, obwohl eine Renovierung des Platzes hinter dem Stadtpark durchgeführt wird. Endlich zeichnet sich eine Lösung ab: Der Verein pachtet von den Erben Hertmanni ein geeignetes Gelände an der Landwehrstraße an. Die Anlage erfordert große finanzielle Opfer. Am 30./31. August 1924 kann der neue Sportplatz eingeweiht werden.

Zum Gedächtnis der im 1. Weltkrieg gefallenen elf Vereinsmitglieder wird ein Ehrenmal errichtet, das einen im letzten Schmerz sich aufrichtenden Löwen zeigt, der von einem tödlichen Pfeil getroffen ist. Bei der Gefallenen-Gedächtnisfeier am 13. März 1927 findet die Denkmalsenthüllung durch den Bürgermeister der Stadt Moers, Dr. Eckert, statt.

1928 erweitert der Verein die Zuschauerkapazität durch eine Stehtribüne und die Schaffung von Sitzplätzen. Später wird von Vereinsmitgliedern noch ein Umkleideraum mit Brauseeinrichtung gebaut. Der Sportplatz an der Landwehrstraße erlebt die Glanzzeit des Vereins.

Leider wird 1936 von der Stadtverwaltung das Gelände zur Bebauung freigegeben. Die Stadt opfert dieses herrliche Gelände der Durchführung von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (GAGFA-Siedlung). Dem Verein bleibt daher nichts anderes übrig, als das Angebot der Stadtverwaltung anzunehmen und von nun an die Mattheck-Kampfbahn mit all ihren Nachteilen zu benutzen. Auf dieser Anlage ist aber die Durchführung eines geordneten Spielbetriebes, insbesondere nach 1945, auf Dauer nicht gewährleistet. Der Platz muss Sonntag für Sonntag mit dem Turnverein Asberg und im Laufe der Woche außerdem mit drei anderen sporttreibenden Jugendverbänden geteilt werden.

Infolge der Kriegsereignisse hat die Spielfläche unter unmögliche Bodenverhältnissen zu leiden. Die Mattheck Sportplatzanlage wird deshalb über Nacht für den Spiel- und Sportverkehr gesperrt. Diese Entscheidung der Stadtverwaltung bedeutet, wie die Überschrift eines Artikels in der Tageszeitung besagt: "Der älteste Spielverein ohne Spielfeld".

Die Vereinsführung ist aber keineswegs gewillt, diesem für sie verständnislosen Vorgehen der Stadtverwaltung, tatenlos zuzusehen. Die gesamte Öffentlichkeit wird durch die Presse mobilisiert, und sehr schnell folgen auf Anregung der Stadtverwaltung die entscheidenden Verhandlungen. Nach einer über vier Stunden dauernden Sitzung erklären sich die Stadtverwaltung mit der Bereitstellung des Geländes hinter dem Stadtpark einverstanden. Die überaus günstige Lage des Geländes und die sich bietenden Ausdehnungsmöglichkeiten in den Filder Benden wiegen die Unannehmlichkeiten und Kämpfe der vorangegangenen Wochen und Monate auf. Die Lage kann nicht nur den aktiven Sportlern, sondern auch den anspruchsvollen und verwöhntesten Sportfanatiker vollauf begeistern. In einem Zeitraum von drei Monaten, d.h. bis zu Beginn der Meisterschaftsspiele muss das Spielfeld fertig gestellt sein. Es ist Akkordarbeit zu leisten. Aus einer Bruchniederung, aus einem Gelände von Schutt und Asche, das Steigungen bis 1,60 Meter aufweist, soll ein Sportplatz entstehen. Eine Aufgabe, die zu lösen schier unmöglich scheint. Die Verantwortliche und Mitglieder erkennen schnell, dass dieses Vorhaben ihre Fähigkeiten bei weitem übersteigt. Fremde Hilfe kann nur durch die finanzielle Unterstützung der Westdeutschen Fußball-Toto GmbH in Köln realisiert werden. Die immensen Kriegsschäden werden in der Folgezeit durch ortsansässige Bauunternehmen beseitigt.

In einer Feierstunde wird am 18. Juni 1950 unter großer Beteiligung der Vereinsmitglieder und der Moerser Bevölkerung die "Grafschafter Kampfbahn" offiziell durch den ersten Vorsitzenden des Vereins, Heinrich Flecken, den Sportlern des GSV übertragen. Als äußeres Zeichen überreicht er den goldenen Türschlüssel an einen der jüngsten Fußballspieler.

Zu diesem Zeitpunkt sind rechts neben dem Haupteingang bereit die Arbeiten für den Neubau der Umkleideräume in vollem Gange. Ein aus Ziegeln gemauertes Gebäude passt sich idyllisch der Landschaft an. Im Kellergebäude entstehen vier Umkleideräume für die Mannschaften, eine Umkleide für Schiedsrichter, ein Wasch- und Braueraum sowie ein Heizungsraum. Im Erdgeschoss sind eine Zweieinhalbzimmerwohnung für den Platzwart, ein Geschäftszimmer und Toiletten für Damen und Herren untergebracht. Dieses Gebäude wird unter großem persönlichen Einsatz des späteren 1. Vorsitzenden Otto Bolte fast ausschließlich in Eigenleistung der Mitglieder erstellt. Im Jahre 1952 wird es seiner Bestimmung übergeben.

Aber schon bald werden weitere Wünsche wach. Eine Trainingsbeleuchtung muss her. Und sie wird gebaut. Dank der Initiative der beiden Vorsitzenden Gerd Susen und Hemut Borgschulze kann am 26. Oktober 1966 die Beleuchtungsanlage, die aus acht Masten und zwölf Lampen von je 2000 Watt besteht, in Betrieb genommen werden.

Mehr als 15 Jahre hält die "Grafschafter Kampfbahn" der ungeheuren Belastung durch den Spiel- und Trainingsbetrieb stand. Dann ist sie, nicht zuletzt auch durch die auftretenden Bergschäden, in einem äußerst schlechten Zustand. Die schwarze Kesselasche ist zum Teil ganz abgetragen, so dass herausragende Steine eine echte Verletzungsgefahr bedeuten. Laufbahn, Hoch- und Weitsprunganlage sind nicht mehr zu nutzen.

Die geplanten Sanierungsmaßnahmen finden Zustimmung bei der Stadt, dem Kreis und der Bezirksregierung in Düsseldorf. Alle Voraussetzungen sind erfüllt, da erreicht den Verein der Bescheid, dass wegen der schlechten Finanzlage die Zuschussanträge beim Land nicht bearbeitet werden können. Aber auch hier bewirken Beharrlichkeit und Bemühungen des Vorstandes, dass im Mai 1969 - zwei Jahre später als gedacht - mit den umfangreichen Bauarbeiten begonnen werden kann. Knapp drei Monate später sind die Arbeiten abgeschlossen, so dass am 08. August 1969 das erste Spiel stattfinden kann. Die Kosten der Renovierung belaufen sich auf etwa DM 180.000,- wovon der Verein immerhin DM 36.000,- als Eigenanteil aufbringen muss.

Das schönste Geschenk zu seinem 60jährigen Bestehen bereitet sich der Verein dann selbst, ein Jugendheim. Nun hat auch die GSV - Jugend ihr Zuhause. Am 21. Dezember 1970 wird das komplett in Holzbauweise gebaute neue Jugendheim in einer Feierstunde im Beisein von Bürgermeister Albin Neuse und vielen anderen Gästen durch den 1. Vorsitzenden Karl-Heinz Peil seiner Bestimmung übergeben.

Wie sehr dieses Jugendheim Mittelpunkt des Vereins war, können wir erst ermessen, als in der Nacht zum 07. Juli 1981 gegen 02:30 Uhr aus ungeklärten Gründen dieses Gebäude in Flammen aufgeht und restlos vernichtet wird. Hier ist nicht nur der Verlust der materiellen Güter zu beklagen. Vielmehr schmerzt die Vernichtung der ideellen Werte wie Bilder, Berichte, Pokale, Urkunden, Wimpel u.a. aus alter und neuer Zeit. Sie sind nicht mehr zu ersetzen.

Bis zum Jahre 1985 muss ein Provisorium, bestehend aus drei Fertiggaragen als Jugendheim genutzt werden. Dann endlich kann mit einem Neubau begonnen werden. In dem neuen Gebäude sind im Kellergeschoss Umkleide- und Duschräume sowie im Erdgeschoss Geschäfts- und Besprechungszimmer und die Vereinsgaststätte untergebracht. Auf den in herkömmlicher Bauweise erstellten Keller wird der bisher von der Feuerwehr Moers genutzte Pavillon aufgesetzt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 10. Mai 1985.

Der Verein muss nun seiner Verpflichtung zur Eigenleistung gegenüber der Stadt Moers nachkommen. Dieser Wert liegt nahezu bei DM 100.000,-. Am 06. März 1986 wird dann das Vereinsheim offiziell durch den Bürgermeister der Stadt Moers, Wilhelm Brunswick, dem 1. Vorsitzenden Heinz Flecken, übergeben.

Unsere Trainingsbeleuchtung hat 21 Jahre treue Dienste geleistet. Jetzt im Jahre 1987 steht eine gründliche Renovierung an. Die Sanierungskosten betragen DM 38.000,-. Zuschüsse der Stadt Moers und des Landessportbundes NRW lassen den Anteil des Vereins auf DM 10.000,- schrumpfen. Aber nach den Ausgaben für das neue Vereinsheim ist die Vereinskasse leer. Erfreulicherweise hilft hier der Landessportbund mit einem langfristigen Darlehen.

1988 entsteht die Idee einer Großsportanlage, die durch die Zusammenfassung der erneuerten Sportplätze des Grafschafter Spielvereins Moers, des Moerser Turnvereins und des Gymnasiums "In den Filder Benden" entstehen soll. In unterschiedlichen Bauabschnitten entstand so die Anlage in der heutigen Form. Der GSV erhielt eine neue Tennendecke, der MTV einen besandeten Kunstrasenplatz  eine neue Tartanbahn und neue Tribünen und das Gymnasium einen Naturrasenplatz mit Trainingsbeleuchtung. Außerdem wurde der Eingangsbereich zur Großsportanlage neu gestaltet und mit einer durchgehenden Umzäunung versehen.

Zweck der Einrichtung dieser Großsportanlage ist es u.a., die Gesamtanlage durch wechselseitige Benutzung von allen Beteiligten zu deren Vorteil optimal zu nutzen, obwohl jeder nach wie vor "Herr im eigenen Hause" ist, d.h. der MTV federführend über den MTV Platz, der GSV federführend über die "Grafschafter Kampfbahn" und das Gymnasium federführend über die Schulanlage verfügt.

Die Eröffnungsfeier diese "Prunkstückes" i.S. Sportanlagen in Moers, fand am 20. Juni 1993 statt. Bürgermeister Wilhelm Brunswick übergab den symbolischen Schlüssel an die drei Vertreter der Nutzer.

Das Zeitalter der modernen Kommunikation macht auch vor den Vereinen nicht halt. Der Vorstand plant eine eigene Homepage um den Verein im "Netz der Netzte", dem World Wide Web, zu präsentieren. Am 02.01.2001 stellt der Verein seine Internetseite vor.

Sponsoren

Werbung